Erotik im Social Internet

Ich möchte Heute ein Thema in diese Runde tragen, welches mich in den letzten Wochen vermehrt beschäftigt: Ich denke so…

Öffentlich
09. Februar 2012
Erotik im Social Internet

ich möchte Heute ein Thema in diese Runde tragen, welches mich in den letzten Wochen vermehrt beschäftigt:

Ich denke so gut wie jeder Fotograf dieser Gruppe hat mehr oder weniger während seiner Arbeit (ob nun free oder commercial) mit dem Aufnahmebereich "Erotik" zu tun. Ich gehe deshalb davon aus, weil wir uns ja nunmal auf solch einer Seite wie JC in der Gruppe prof. Fotografen befinden. Es sollte also bei jedem eine gewisse Schnittstelle beider Themen geben.

Immer häufiger wird man mit Diensten und Funktionen der sozialen Netzwerke konfrontiert: Facebook, google+, picasa, dropbox, skydrive, ja selbst joyclub ist ja ein selbiger.

Und nebenher bieten fast alle sozialen Dienste dem komerziellen Anbieter Möglickeiten zur Werbung.

Soviel zu den wohl jedem bekannten Fakten. Nun zu meinen Beobachtungen: Die meisten der sozialen Dienste haben Ihre Wurzeln in den USA, das Land in welchem zwar die Mehrzahl der Pornos entstammen, die aber auf der anderen Seite Prüder sind als der Papst. Und genau hier scheint es einen enormen Reibungspunkt zwischen den Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und unserem Betätigungsfeld zu geben.

Das Hauptfeld sortiert unsere Arbeiten mit dem Oberbegriff "Nacktheit",gemeinsam mit Pornografie und Gewaltdarstellungen in eine Schublade und verbannt dieses auf ihren Netzwerken wo es nur geht. Der andere Teil, in dem Fall der JC, welcher dem Thema Erotik aufgeschlossen gegenüber steht,bietet kaum Möglichkeiten der Selbstdarstellung in Form der kommerziellen Werbung.

Vielleicht geht es auch nur mir so, aber im ersten Durchgang dieser Diskussion würde mich interessieren ob Euch ähnliche Erlebnisse zu einer ähnlichen Ansicht gebracht haben oder ob Ihr meine Ansicht widerlegen könnt. In der zweiten Runde würden mich dann natürlich Lösungsansätze und alternativen und deren Erfolgschancen interessieren.

Meine Erlebnisse/Gedanken dazu: Es ist so, das die Erotikfotografie nicht nur einen Anteil in der freien Fotografie hat sondern auch kommerziell von mir bedient wird. Derzeit bin ich bei der Werbung entweder auf Mundprophaganda oder die Werbung meiner eigenen Webseiten angewiesen. Und da entweder in dem ich offiziell einen anderen Arbeitsbereich bewerbe und die Erotik dann mit auf der Seite habe oder indem ich in Fachplattformen (wie JC in welcher der Pornobereich geduldet ja sogar erwünscht ist) auf mich aufmerksam mache, da aber teilweise mit erotischen Darstellungen neben Pornografie fast untergehe, insbesondere was den Effekthaschanteil angeht.

In den letzten Monaten habe ich nun versucht in mehreren mir zur Verfügung stehenden Netzwerken ein wenig zu probieren um neue Interessenten für den Bereich der Erotik zu gewinnen.

Soziale Netzwerke reagieren dabei fast schon allergisch, konkret: in Facebook bekam ich eine Abmahnung wegen eher harmloser Darstellung von Nacktheit. Bei GoogleAdwords ist es schwer eine Kampagne zum Thema Erotikfotografie zu bewerben und der Versuch Skydrive als schnelle Übertragungsmöglichkeit der Fotos eines freien Shootings, freigegeben zwischen mir und dem Modell endete in der kommentarlosen Sperrung seitens MSN.

Nur Informativer Natur, was MSN zur Sperrung eines nicht frei zugänglichen Ordners (es gab nureine Freigabe für einen weiteren Benutzer, nämlich das Modell) auf Anfrage sagt:

"...Wir bitten Sie, den Inhalt Ihres Sky Drives zu überprüfen und innerhalb von 48 Stunden die betroffenen Dateien zu entfernen, die gegen die Verhaltensrichtlinien verstoßen. Wenn betroffenen Dateien nach 48 Stunden noch auf Ihrem Windows Live Profil erhalten sein sollten, werden wir uns gezwungen sehen, Ihr Konto leider zu schließen. Dies ist ein Beispiel für eine Datei, die entfernt werden muss. LiveFolders/Neues Album/Portrait (9).jpg

Dies ist nur ein Beispiel für ein Photo, dass als unangemessen deklariert wird. Bitte gehen Sie alle Ihre Photos durch und löschen Sie diese, die unsere Richtlinien verletzen. Beispiele für unangemessene Bilder beinhalten ... oder Erwachsenen, die teilweise oder ganz unbekleidet sind..."

Nun kann man sagen, okay in den Social Networks sind die Betreiber die Hausherren und können demnach bestimmen was mit Ihren zur Verfügung gestellten Werkzeugen gemacht werden darf und was nicht, aber auffällig ist doch das ALLE einen ähnlichen Weg gehen. Wohl um eine Diskussion zu vermeiden, wo Erotik aufhört und Pornografie beginnt, wird alles verbannt was mit Dem zu tun hat.

Meine persönliche Ansicht dazu ist: Ich finde diese Entwicklung nicht nur traurig sondern bin auch etwas beunruhigend: Folgt jetzt nach einem Jahrzehnt der Öffnung den Themas Sexualität durch die Möglickeiten des Internets bald eine Zeit der Entwicklung zur Prüdheit durch die Reglementierungen der Netzwerke?

Und um es auf unseren Berufsstand zurückzubringen: Wohin wird das führen? Werden wir bald nur noch in einschlägingen Foren oder per Handzettel unter der Ladentheke hervor werben können?

Das ist erst einmal viel Text, aber ich musste zu Beginn einmal meine zu dem Thema angesammelten Gedanken festhalten. Entschuldigt das teilweise durcheinander. Ich fände es auch Interessant wenn sich jemand durch nur einen Abschnitt angesprochen fühlt und dazu etwas schreibt. Vielleicht splitten wir später nochmal wenn nötig.

Was sind Eure Erfahrungen und Gedanken dazu? Sicherlich verstehe ich das wir uns ungern als kommerzielle Konkurrenten auf die Finger schauen lassen, gerade was das Thema Werbestrategien angeht, aber mich interessieren hier auch eher grundsätzliche Gedanken und Erfahrungen mit einem Thema das wir ja nicht nurals Fotografen teilen sondern das eigentlich ja überhaupt Grundlage dafür ist, das es uns als menschliche Rasse gibt, die Sexualität!
10. Februar 2012
Meine Erfahrung:

Die Social-Networks sind, was die Werbewirksamkeit für unsere Metier angeht, total überbewertet. Es läuft doch schon alles unter der Hand, d.h. nur über persönliche Empfehlungen, und da sind die Social-Netzworks ein Werkzeug dafür - so wie es früher vielleicht Kneipen waren.
Ansonsten ist das Werben über solche Plattformen zu 95% vergebliche Liebesmühe. Hier im Joy und auf anderen Plattformen sind ganz viele Menschen unterwegs, die kein Geld ausgeben wollen, selbst wenn Du mit noch so viel Qualität zu überzeugen versuchst.

Die meisten meiner Privatkunden kommen nach wie vor über die eigene Webseite. Das sind Leute, die bereit sind, Geld auszugeben - aus guten Gründen wie Diskretion und alleinige Rechte an den Bildern - und sich dann auch die Mühe machen, zu googlen und zu vergleichen.

Wenn Du hier im Joy, auf Facebook oder sonstwo jemand damit kommst, das Du für Deine Dienste Geld verlangst, kommt meist die Antwort:
"Wieso, es gibt doch so viele Fotografen, die mich umsonst fotografieren oder sogar Geld dafür zahlen!"

Wenn Du die Prüderie der Amis umgehen willst: Verlinke einfach nur eine Seite mit einem Aktfoto, anstatt das Foto selber hochzuladen - und schon klappts mit der virtuellen Facebook-Nachbarin!

*g*
10. Februar 2012
Mundpropaganda

ist auch meiner Erfahrung nach die beste Variante. Über SocialNetworks habe ich noch keine neuen Kunden speziell im Akt/SC/HC Bereich bekommen.

Da ist es viel wirksamer wenn sich Menschen privat unterhalten und mit Freude ihre neuesten Fotos zeigen. Daraus ergeben sich oft neue Kontakte, aus denen dann ein Auftrag entsteht.

LG
Richard
10. Februar 2012

Jepp ... sogar hier im Joy ist die Sache wenig lukrativ.

Da es genügend "Fotografen" gibt die für lau arbeiten um sich an den Mädels aufzugeilen, kommen kommerzielle Angebote nur schlecht bis gar nicht an.
Daher bekommt man auch erst gar keine Chanse den quallitativen Unterschied zu beweisen. Wenn man dann aber das quallitative Material einstellt um es zu demonstrieren, ist die Antwort meist die selbe: So schön bin ich ja gar nicht, das trau ich mich nicht.
Keiner glaubt, dass meine Models ganz normale Menschen sind .

Also ... 95% sind Mundpropaganda

BTW: Ich hab sogar schon zu hören bekommen, dass meine Bilder kontraproduktiv wären. Bilder wurden von Netzwerken abgelehnt weil sie als Fake verdächtigt wurden oder sie wurden von den Frauen selbst wieder rausgenommen, weil die Männer sich nicht mehr an die "Superfrauen " herangetraut haben. *frust*

Schwer es jemandem recht zu machen ...
10. Februar 2012
genau

Schwer es jemandem recht zu machen ...

Du wirst sehen, es wird immer leichter und besser, wenn man nicht mehr versucht, es jedem und jeder Recht zu machen...
10. Februar 2012
...fatzebook...

...ich ziehe sehr viele shootings aus facebook...

...der tfp-vertrag gestattet es bei facebook zu veröffentlichen, die rechtefrage ist geklärt und das model hat sich verpflichtet nur bilder mit meinem logo zu veröffentlichen...über den "preis" ist verschwiegenheit vereinbart...

...aus einem tfp mit einer 300-freunde-mädel poste ich immer zwei bilder selbst und das model i.d.r. auch ein paar...daraus erwachsen eigentlich immer 10 "likes" bzw kommentare...und jeder klick sagt doch ein "haben-will" aus...also schreibe ich direkt an, ob sie oder er (als geschenk) auch bilder haben möchte...eine mail gibt die andere, dann wird telefoniert und terminiert...

...erfahrungswert: auf 10 "gefällt-mir" bzw kommentare ergeben sich zwei bis drei neue pay-shootings...

...die hobby-jungs haben facebook wohl noch nicht für sich entdeckt...und das deutsche potential sind locker 12 millionen potentielle egoshooter...das schaffen wir im leben nicht sie "abzuarbeiten"...
10. Februar 2012
was ist lukrativ ?

ist es lukrativ aktbildchen mit bildbearbeitung für 150,-- zu machen, dann kann man bestimmt mit den üblichen diensten ein paar kunden generieren.

aber einen anständigen werbejob kann man bestimmt nicht an land ziehen.
11. Februar 2012

@ fun_paar_muc
...das sind jetzt aber äpfel und bananen...

...für einige unserer "kollegen" ist es doch schon luktrativ, wenn der stundenlohn über € 25,- liegt...

...und wenn ich sauber arbeite, dann entfällt das große nachbearbeiten von vorn herein...
13. Februar 2012

ja, gut.

aber dann sind es auch keine profis, und wir sind doch hier in der profiabteilung.

ein profi ist für mich jemand der von der fotografie lebt,

bei 25,-- die stunde - nebenkosten = minusgewinn.

nur ein hobbyknipser kann sich das leisten

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